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VfL Oldesloe - SCU 1:2
 
Union hängt den VfL Oldesloe ab

Sören Bachmann

Die "Roten" stellen die Rangordnung auf den Kopf. Nach dem 1:0 im Stadtderby sind sie die Nummer eins an der Trave

Sieger und Besiegte ließen den Abend gemeinsam bei Harry Struppek ausklingen, dessen Gaststätte "Zur Mühle" an normalen Tagen die Heimat der "Blauen" ist. Diesmal aber feierten dort vor allem die "Roten" vom SC Union Oldesloe, die in Sachen Fußball an der Trave die neue Nummer eins sind. "Jetzt können wir ein Jahr lang erhobenen Hauptes durch die Stadt gehen", stellte Obmann Hans-Dieter Mareck zufrieden fest. Ganz besonders gilt das für Marius Prestin, den Mann, der das Derby der Kreisliga Stormarn zwischen dem SC Union und dem VfL Oldesloe in der 28. Minute nach einer Flanke von Marco Müggenburg per Kopfball zum 1:0-Endstand entschied. Jan Vogelsang, der Doppeltorschütze beim 2:1 im Hinspiel, schaute wegen einer Rotsperre diesmal nur zu.

Was er und die 284 zahlenden Zuschauer im Kurparkstadion zu sehen bekamen, war eine spannende Auseinandersetzung, viel mehr Positives gab es nicht zu sagen über die Partie. "Mit Kreisligafußball hatte das nichts zu tun", sagte VfL-Trainer Hartmut Wulff, dessen Elf im Tabellenkeller mehr und mehr unter Druck gerät. Der zweite Abstieg in Folge ist für den Traditionsklub näher denn je, magere drei Punkte Vorsprung sind es im Moment.

Sieger können ein Jahr lang erhobenen Hauptes durch die Stadt gehen

Zur neuen Saison kommt Sven Buntfuß als Trainer zurück, unter dem der Klub einst große Erfolge gefeiert hat. Die Personalie sorgt im Umfeld für so etwas wie Aufbruchstimmung. Zugleich aber schwindet die Hoffnung, den drohenden Absturz in die Kreisklasse A wenigstens halbwegs souverän zu vermeiden. "Es ist schwierig, Verständnis aufzubringen, dass die Mannschaft in einem solchen Spiel, vor einer solchen Kulisse nicht mehr Gas gibt", sagte Wulff. "Ein Sieg wäre für uns ein Befreiungsschlag gewesen."

Der Erfolg der Kurparkkicker aber ging in Ordnung, zu harmlos waren die Gäste im Sturm. Union-Coach Wolfram Matysik sah seine taktische Marschroute aufgegangen. "Wir haben die drei gefährlichen Offensivleute beim Gegner aus dem Spiel genommen und fast nichts zugelassen, hatten selbst aber ja noch fünf, sechs gute Möglichkeiten", sagte er. Der SC Union steht als Tabellensechster im breiten Mittelfeld des Klassements, die Verantwortlichen erklärten die Saison nach zwei Derbysiegen aber schon vorab zu einem Erfolg.

Für den VfL Oldesloe kommt es am Sonntag gleich zum nächsten brisanten Duell, wieder auf fremdem Platz. Der Gegner heißt dann SSV Pölitz und ist bis zum Saisonende Arbeitgeber von Buntfuß, der schon andeutete, sein Wechsel zurück an die Trave müsse im Falle eines Abstiegs der Kreisstädter neu verhandelt werden. Schon wird im Tabellenkeller geunkt, die Punkte würden so oder so nach Bad Oldesloe gehen, doch im Moment wären ohnehin größere Überraschungen als diese vorstellbar. Der SSV, mit mehr als einem halben Dutzend Ausfällen wieder stark ersatzgeschwächt, verlor schließlich gerade mit 3:4 gegen den TSV Bargteheide II, was für Buntfuß' Planungen im doppelten Sinn ärgerlich war: Bargteheides Reserve ist ein direkter Konkurrent des VfL Oldesloe und schob sich auf Rang zwölf vor, Pölitz musste mit der dritten Saisonniederlage wohl alle Titelhoffnungen begraben.

Hamburger Abendblatt vom 22.3.2011

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